Hörbuch – Die erste Kreation und Verzauberung


👇Der nachfolgende Text ist ein Transkript des oben gezeigten Videos ☝️

Grenouilles erste Kreation und Baldinis Verzauberung – ein Auszug aus Patrick Süskinds Roman “Das Parfüm”
Ein Fanprojekt, eingesprochen und visualisiert von David La Piovra®

Stimme und Ton: David La Piovra®
Bild: David La Piovra®, unterstützt mit Gemini/Nano Banana
Effekte: David La Piovra®, unterstützt mit CapCut


Und dann war Grenouille verschwunden, mit einem Mal weg, weggeschluckt von der Dunkelheit.

Baldini stand da und glotzte in die Nacht. In der rechten Hand hielt er den Leuchter, in der linken das Tüchlein, wie einer, der Nasenbluten hat, und hatte doch nur Angst.

Rasch riegelte er die Türe zu. Dann nahm er das schützende Tuch vom Gesicht, schob es in die Tasche und ging durch den Laden in die Werkstatt zurück.

Der Duft war so himmlisch gut, dass Baldini schlagartig das Wasser in die Augen trat. Er brauchte keine Probe zu nehmen, er stand nur am Werktisch vor der Mischflasche und atmete.

Das Parfum war herrlich. Es war im Vergleich zu “Amor und Psyche” wie eine Sinfonie im Vergleich zum einsamen Gekratze einer Geige.

Und es war mehr. Baldini schloss die Augen und sah sublimste Erinnerungen in sich wachgerufen. Er sah sich, als einen jungen Menschen durch abendliche Gärten von Neapel gehen; er sah sich in den Armen einer Frau mit schwarzen Locken liegen und sah die Silhouette eines Strauchs von Rosen auf dem Fenstersims, über das ein Nachtwind ging; er hörte versprengte Vögel singen und von Ferne die Musik aus seiner Hafenschenke; er hörte Flüsterndes am Ohr, er hörte ein Ichliebdich und spürte, wie sich ihm vor Wonne die Haare sträubten, jetzt! jetzt in diesem Augenblick!

Er riss die Augen auf und stöhnte vor Vergnügen.

Dieses Parfum war kein Parfum, wie man es bisher kannte.

Das war kein Duft, der besser riechen machte, kein Sentbon, kein Toilettenartikel.

Das war ein völlig neuartiges Ding, das eine ganze Welt aus sich erschaffen konnte, eine zauberhafte, reiche Welt, und man vergaß mit einem Schlag die Ekelhaftigkeiten um sich her und fühlte sich so reich, so wohl, so frei, so gut …

Die gesträubten Haare an Baldinis Arm legten sich, und eine betörende Seelenruhe ergriff Besitz von ihm.

Er nahm das Leder, das Ziegenleder, das am Rand des Tisches lag, und nahm ein Messer und schnitt das Leder zu.

Dann legte er die Stücke in die Wanne aus Glas und übergoss sie mit dem neuen Parfum.

Er stürzte eine Glasplatte auf die Wanne, zog den Rest des Duftes auf zwei Fläschchen, die er mit Etiketts versah, darauf schrieb er den Namen “Nuit Napolitaine”.

Dann löschte er das Licht und ging.


Leave a Reply

error: Sorry, our content is protected.

Discover more from David La Piovra®

Subscribe now to keep reading and get access to the full archive.

Continue reading