👇Der nachfolgende Text ist ein Transkript des oben gezeigten Videos ☝️
Grenouilles Ausdruck der Dominanz – ein Auszug aus Patrick Süskinds Roman “Das Parfüm”
Ein Fanprojekt, eingesprochen und visualisiert von David La Piovra®
Stimme und Ton: David La Piovra®
Bild: David La Piovra®, unterstützt mit Gemini/Nano Banana
Effekte: David La Piovra®, unterstützt mit CapCut
Grenouille stand und lächelte. Vielmehr erschien es den Menschen, die ihn sahen, als lächle er mit dem unschuldigsten, liebevollsten, bezauberndsten und zugleich verführerischsten Lächeln der Welt.
Aber es war in Wirklichkeit kein Lächeln, sondern ein hässliches, zynisches Grinsen, das auf seinen Lippen lag und das seinen ganzen Triumph und seine ganze Verachtung widerspiegelte.
Er, Jean-Baptiste Grenouille, geboren ohne Geruch am stinkendsten Ort der Welt, stammend aus Abfall, Kot und Verwesung, aufgewachsen ohne Liebe, lebend ohne warme menschliche Seele, einzig aus Widerborstigkeit und der Kraft des Ekels, klein, gebuckelt, hinkend, hässlich, gemieden, ein Scheusal innen wie außen – er hatte es erreicht, sich vor der Welt beliebt zu machen. Was heißt beliebt! Geliebt! Verehrt! Vergöttert!
Er hatte die prometheische Tat vollbracht.
Den göttlichen Funken, den andere Menschen mir nichts, dir nichts in die Wiege gelegt bekommen und der ihm als einzigem vorenthalten worden war, hatte er sich durch unendliches Raffinement ertrotzt.
Mehr noch! Er hatte ihn sich recht eigentlich selbst in seinem Innern geschlagen.
Er war noch größer als Prometheus. Er hatte sich eine Aura erschaffen, strahlender und wirkungsvoller, als sie je ein Mensch vor ihm besaß.
Und er verdankte sie niemandem – keinem Vater, keiner Mutter und am allerwenigsten einem gnädigen Gott – als einzig sich selbst.
Er war in der Tat sein eigener Gott, und ein herrlicherer Gott als jener weihrauchstinkende Gott, der in den Kirchen hauste.

