👇Der nachfolgende Text ist ein Transkript des oben gezeigten Videos ☝️
Die zynische Basisnote des Menschengeruchs – ein Auszug aus Patrick Süskinds Roman “Das Parfüm”
Ein Fanprojekt, eingesprochen und visualisiert von David La Piovra®
Stimme und Ton: David La Piovra®
Bild: David La Piovra®, unterstützt mit Gemini/Nano Banana
Effekte: David La Piovra®, unterstützt mit CapCut
Freilich DEN Geruch der Menschen gab es nicht, genauso wenig, wie es DAS menschliche Antlitz gab.
Jeder Mensch roch anders, niemand wusste das besser als Grenouille, der Tausende und Abertausende von Individualgerüchen kannte und Menschen schon von Geburt an witternd unterschied.
Und doch – es gab ein parfümistisches Grundthema des Menschendufts, ein ziemlich simples übrigens: ein schweißig-fettes, käsig-säuerliches, ein im ganzen reichlich ekelhaftes Grundthema, das allen Menschen gleichermaßen anhaftete und über welchem erst in feinerer Vereinzelung die Wölkchen einer individuellen Aura schwebten.
Diese Aura aber, die höchst komplizierte, unverwechselbare Chiffre des persönlichen Geruchs, war für die meisten Menschen ohnehin nicht wahrnehmbar.
Die meisten Menschen wussten nicht, dass sie sie überhaupt besaßen, und taten überdies alles, um sie unter Kleidern oder unter modischen Kunstgerüchen zu verstecken.
Nur jener Grundduft, jene primitive Menschendünstelei, war ihnen wohl vertraut, in ihr nur lebten sie und fühlten sich geborgen, und wer nur den eklen allgemeinen Brodem von sich gab, wurde von ihnen schon als ihresgleichen angesehen.

